Sie waren das Statussymbol der 50er-Jahre: Speckröllchen! Später folgte dann der eigene Käfer und ein Sommerurlaub in Bella Italia. In der Fresswelle, der Reisewelle und dem Autoboom der Wirtschaftswunderjahre zeigten sich die Sehnsüchte der von Not und Elend geprägten Nachkriegsgeneration nach Essen, uneingeschränkter Mobilität und heiler Welt.
Wenn man sich überlegt, welche großen Entbehrungen die Menschen in den Jahren zuvor erleben mussten, kann man aber gut nachvollziehen, dass sie den neuen Wohlstandsbauch in den 50ern mit Stolz trugen. Hatten sie sich auch verdient. Denn ohne die Anstrengungen und den Arbeitseifer der Menschen wäre ein so erfolgreicher Wiederaufbau trotz der Starthilfe durch den Marshall-Plan nicht möglich gewesen.
Der Fresswelle folgte bald darauf die Reisewelle. Und während Erstere Anfang der 60er zu Ende ging, rollt die Reisewelle bis heute. Auf der Suche nach dem Dolce Vita krochen Zehntausende Käfer in den 50ern und über den Brenner gen Italien. Inzwischen fliegen und fahren deutsche Touristen in sämtliche Länder der Erde. Rund 70 Prozent der Deutschen verreisen jedes Jahr. Kein Wunder, dass wir als Reiseweltmeister gelten.
Aber warum sind die Deutschen so oft auf Achse? Ist es zu Hause so schlecht oder in der Fremde so viel besser? Michael Wigge versucht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Die Antworten, auf die er während seiner Recherchen auf einem Campingplatz in Italien stößt, zeigt euch der Film der Deutschen Welle.
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