Lebenswelten

Glück for dummies

Glücklichsein ist oft nur eine bestimmte Art zu denken: Optimistisch!
Viele Menschen suchen ihr Glück im materiellen Wohlstand, Konsum oder anderen Äußerlichkeiten. Sie glauben, dass sie glücklich sein werden, wenn sie dieses oder jenes erreichen. Doch das gelingt ihnen nicht. In all ihrer Geschäftigkeit haben sie nämlich keine Zeit, um innezuhalten und sich an dem zu erfreuen, was sie haben. Oder aber sie halten es für selbstverständlich. Dabei ist es eigentlich so einfach: Das Glück liegt – wie gesagt – in uns selbst, in unseren Gedanken. Und das Beste daran ist, dass man es lernen kann! Ihr kennt das bestimmt aus der Schule: Je öfter, intensiver und tiefer man sich mit etwas beschäftigt, desto besser lernt man es. Und das gilt genauso für positive Gefühle und Gedanken, also für Glück. Deshalb sollte man alle „Glücksgelegenheiten“, die sich im Alltag so bieten, auch auskosten. Damit trainiert ihr eure Fähigkeit, Glück zu empfinden, und die entsprechenden Bahnen im Gehirn werden breiter und leistungsfähiger. Wir verraten euch ein paar Strategien, wie ihr richtige Großmeister des Glücksempfindens werden könnt:
 
1. Enjoy the moment
Glücksmomente gehen im Alltag häufig einfach unter.Manchmal merken wir nicht einmal, dass wir gerade glücklich sind. Deshalb ist es wichtig, unsere Aufmerksamkeit zu trainieren, das kleine Glück wahrzunehmen. Dazu gehört es auch, im Hier und Jetzt zu leben, anstatt nur davon zu träumen, was man in Zukunft mal haben oder sein wird. Auch wer nur in Erinnerungen schwelgt, verpasst dabei das Glück im Alltag. Eine gute Strategie ist es, ein Glückstagebuch zu führen. Tragt einfach alle großen und kleinen Glücksmomente ein und ihr könnt immer besser erkennen, was euch tatsächlich guttut. Ihr werdet sehen: Auch in Zeiten, in denen ihr genervt oder niedergeschlagen seid, könnt ihr glückliche Momente erleben. Dann fällt auch der nächste Tipp viel leichter:
 
2. Vielen Dank (für die Blumen)
Wut, Ärger und Groll können uns langfristig richtig krank machen. Aber es gibt auch Gefühle, die eine heilende Wirkung haben. Das sind vor allem Dankbarkeit und das Gefühl, das mit Verzeihen verbunden ist. Deren positive Wirkung lässt sich sogar im Labor nachweisen! Wenn ihr einem anderen verzeiht, sinkt euer Stresspegel und eure Abwehrkräfte werden gepusht. Das gilt auch für Dankbarkeit. Also anstatt immer mehr zu wollen, sollte man lieber etwas dankbar sein für das, was man bereits hat. Eine gute Übung ist es, sich eine kleine Liste mit allen Dingen zu schreiben, für die man dankbar ist, und sie zu lesen, wenn man gerade wütend oder nachtragend ist. Ihr werdet sehen, was für eine tolle Wirkung das hat!
 
3. Überraschung!!!!
Glückliche Menschen sind in der Regel offen für Neues und verbringen ihr Leben nicht ständig im selben Trott. Der Drang nach Neuem hilft, uns weiterzuentwickeln. Er hat aber auch einen Haken: Sobald die Vorfreude und die dazugehörenden Botenstoffe im Gehirn verschwinden, stellt sich ein Mangelgefühl ein (z. B. Langeweile), das wir mit einem neuen, noch aufregenderen Erlebnis bekämpfen möchten. Das kann im schlimmsten Fall zur Sucht werden. Deshalb ist es wichtig, nicht immer noch stärkere Reize zu suchen – also dem größtmöglichen Kick nachzujagen – sondern viele kleine unterschiedliche Möglichkeiten für Glücksgefühle zu kombinieren. Sucht das Überraschende auch in den kleinen Dingen! Und wenn ihr mal etwas ganz besonders Schönes erlebt habt, wiederholt es nicht sofort. Lasst lieber etwas Zeit vergehen, sodass es euch beim nächsten Mal wieder wie neu erscheint.
 
4. Du bist du. Mach was draus!
Wer glücklich sein will, muss lernen, für sich und sein Leben die Verantwortung zu übernehmen. Das heißt zum einen, selbstbewusst und sich selbst treu zu sein, anstatt sich immer an den Erwartungen anderer zu orientieren. Viele müssen hierfür erst mal lernen, ihre Schwächen und Fehler zu akzeptieren. Leider bedeutet es zum anderen, dass man selbst aktiv werden muss und nicht einfach von anderen erwarten kann, dass sie einen „glücklich machen“. Dazu gehört manchmal einiges an Überwindung. Die gute Nachricht ist, dass uns unser Gehirn mit schönen Gefühlen für Anstrengung belohnt, wenn ihr beispielsweise etwas Neues gelernt oder ein Ziel erreicht habt. Die Schlechte ist, dass es auch einen „Sparflammen-Mechanismus“ gibt. Das heißt, unser Instinkt will verhindern, dass wir uns verausgaben. Und deshalb bleibt man manchmal auf dem Sofa kleben, obwohl man weiß, dass einem Sport großen Spaß machen würde. Diese Trägheit zu überwinden macht aber glücklich! Gute Strategien dafür sind beispielsweise feste Termine, wie die wöchentliche Bandprobe, oder Verabredungen mit Freunden, sich gegenseitig aufzumuntern und mitzureißen.
 
5. Grummel, schluchz, heul? Von wegen!
Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Wenn ihr euch schlecht fühlt, gilt es erst einmal herauszufinden, was ihr gerade wirklich denkt. Die wichtigsten Fragen lauten: „Entspricht der Gedanke den Tatsachen?“ und „Hilft mir der Gedanke, mich so zu fühlen und zu verhalten, wie ich es möchte?“ Könnt ihr eine oder beide Fragen mit „nein“ beantworten, dann weigert euch einfach weiterzudenken. Natürlich können negative Gedanken furchtbar hartnäckig sein. Hier gilt es, sie aktiv zu stoppen. Sagt euch ganz bewusst: „Es hilft mir nicht, wenn ich so denke. Damit schade ich mir nur.“
Überlegt, was euch wirklich voranbringen könnte, und ersetzt den fiesen Gedanken bewusst durch Neue. Das kann euch natürlich erst mal so vorkommen, als ob ihr euch etwas vormachen oder einreden würdet, sodass ihr die positiven Gedanken nicht richtig ernst nehmen könnt. Das liegt daran, dass viele Menschen es einfach nicht gewöhnt sind, positiv zu denken, und jede Änderung einer Gewohnheit erst mal mit Umlernen verbunden ist – und das kann dauern. Leider verändern sich unsere negativen Gefühle zuallerletzt. Zunächst müssen Verhalten und Einstellungen geändert werden.
 
Bildquelle: © GEK

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