Sirenenlärm kennt ihr bestimmt aus den Feueralarmübungen eurer Schule. Das heißt dann meist: Zweierreihen bilden und raus auf den Schulhof. Aber für eure Großeltern hatte dieses Geräusch noch ganz andere Bedeutungen. Und sie hörten es auch viel öfter. Denn während des Kalten Krieges wurden sowohl vom Zivilschutz der Bundesrepublik als auch von der Zivilverteidigung der DDR umfangreiche Systeme zur Bevölkerungswarnung aufgebaut. Damals heulten noch regelmäßig die Sirenen: Luftalarm, ABC-Alarm, Entwarnung.
Nach der Wiedervereinigung wurde das Sirenennetz für den Zivilschutz in den 90er-Jahren vom Bund aufgegeben. Über 20.000 Sirenen wurden abgebaut und die verbliebenen 34.000 Sirenen von den Gemeinden für den lokalen Brandschutz übernommen.
Heutzutage verfügt die Bundesrepublik über ein satellitengestütztes Warnsystem, das SatWaS. Im Notfall können Warndurchsagen an Rundfunk, Internet und Fernsehen in Sekunden übermittelt werden. Für die Warnung der Bevölkerung werden dabei modernste Technologien eingesetzt.
Anders als bei den Sirenen können mit der Warnung auch wichtige Verhaltensregeln sofort bekannt gegeben werden. Allerdings erhält sie nur, wer auch gerade die entsprechenden Medien benutzt. Hier ist Nachbarschaftshilfe gefragt! Wer also von einer Gefahr weiß: Weitersagen! Das kann aber vor allem nachts schwierig sein. Denn seit die Sirenen nicht mehr im Einsatz sind, gibt es kein Warnsystem mit Weckeffekt mehr. Das wäre aber vor allem dann wichtig, wenn die Gefahr aus heiterem Himmel eintrifft und eine sofortige Warnung erfordert. Die Länder verlangen daher als Ersatz für das frühere Sirenenwarnsystem die Entwicklung von Warnsystemen mit Weckeffekt.
Natürlich gab es schon viele Überlegungen und sogar Feldversuche, in denen Alternativen getestet – und verworfen – wurden:
• Jeder, bei dem nachts schon einmal das Telefon geklingelt hat, weiß: Das hat definitiv einen Weckeffekt! Allerdings geht die Zahl der Festnetzanschlüsse in Deutschland zugunsten von Handys ständig zurück, sodass vor allem in Zukunft immer weniger Menschen auf diese Weise erreichbar wären.
• Eine Massen-SMS, bei der jedes Handy angesprochen wird, scheidet bislang jedoch noch aus, da die Mobilfunktechnik für derartige Kapazitäten bis jetzt noch nicht ausgelegt ist. Tests hatten ergeben, dass es bis zu 24 Stunden (!) dauerte, 50.000 Einwohner einer Stadt per SMS zu warnen. Möglich erscheint jedoch die Nutzung der Cell-Broadcast-Funktion, hier wird noch fleißig geforscht.
• Besonders naheliegend beim Thema „Weckfunktion“ ist natürlich ein Warnsystem über Funkuhren und -wecker. Diese können gut an das SatWaS angebunden werden. Aber es verfügt eben auch nicht jeder über eine Funkuhr ...
Wenn ihr eine andere gute Idee habt, schickt sie uns!
Bildquelle: © Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
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